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Fugger 2, Die [Lösung] (1/4)
 



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Verbringen Sie den größten Teil Ihres Lebens im Schuldturm?
Wird Ihnen der Weg in die Politik durch Neider verwehrt?
Heiraten konnten Sie wegen der lästigen Domherren auch noch
nicht? Alles kein Problem, denn hier finden Sie die Lösung
für jedes Problem, das Sie bis jetzt daran gehindert hat,
Herrscher von Mittelland zu werden.

Einstellungssache

Bevor Sie Einzug in die Welt des Mittelalters halten
können, werden Ihnen einige Fragen gestellt, über deren
Bedeutung Sie sich im klaren sein sollten.

Schwierigkeitsgrad der Aufträge:
Vielleicht haben Sie sich schon gewundert, was
Auftragskarten in einem Computerspiel zu tun haben, dieses
Rätsel löst sich jedoch recht schnell: Um Ihrem Dasein
einen Sinn zu geben, müssen Sie eine bestimmte Mission
erledigen, um erfolgreich sein zu können. Wenn Sie sich für
einen Auftrag entscheiden, beeinflußt das in erster Linie
die Spieldauer. In der Regel dürfen Sie allerdings selbst
nach dem Erfüllen Ihrer Mission bis zum Tod weiterspielen.

Leicht:
Bei diesem Schwierigkeitsgrad müssen Sie z. B. nach einem
bestimmten Adelstitel streben.

Mittel:
Vielleicht müssen Sie Ihre Fähigkeiten als Räuber und
Wegelagerer unter Beweis stellen.

Schwer:
Werden Sie durch List und Tücke zu einem der mächtigsten
Männer Mittellands.

Geschlecht und Religionszugehörigkeit:
In Die Fugger II haben Mann und Frau exakt die gleichen
Rechte. Obwohl das nicht unbedingt historisch belegt ist,
stehen auch Frauen die höchsten politischen Ämter offen,
Emanzipationsbewegungen sind also nicht angesagt. Für die
Religionszugehörigkeit trifft genau das gleiche zu: ob sie
nun katholisch oder evangelisch sind, mit ausreichend
großzügigen finanziellen Zuwendungen an die Mächtigen des
Landes sollte es nicht schwer sein, Erzbischof oder
Großkanzler zu werden.

Anzahl der Spieler:
Bis zu sechs Personen dürfen sich am Spiel beteiligen. Den
meisten Spaß am Spiel werden Sie auf jeden Fall haben, wenn
Sie einige menschliche Mitspieler zur Hand haben, die mit
Ihnen um Geld und Macht kämpfen. Schließlich bereitet
nichts mehr Freude, als der Ausdruck mörderischer Wut in
den Augen des Freundes (Feindes???), der auf einen gerade
vollbrachten Sabotageakt zurückzuführen ist.

Aller Anfang ist schwer

Ein gelungener Start entscheidet bei Fugger II über Sieg
und Niederlage. Sollten Sie nach ein paar Runden nicht in
Amt und Würden sein oder haben Sie bereits Bekanntschaft
mit dem Schuldturm gemacht, brechen Sie Ihr Spiel ab und
starten Sie neu. Einen verpatzten Start können Sie nie
wieder wettmachen. Zu Beginn des Spieles sind Sie nur mit
mageren 750 Talern und einem Lager in einer der zehn
anwählbaren Städte Mittellands ausgestattet; eindeutig zu
wenig, um sämtliche Konkurrenten vom Platz zu fegen. Wenn
Sie sich in Ihr Handelsmenü begeben, werden Sie
feststellen, daß die meisten der herstellbaren Produkte
dunkel unterlegt sind und von Ihnen nicht produziert werden
können. Des Rätsels Lösung ist, daß sie, um Waren
herstellen und vertreiben zu können, Handelszertifikate
benötigen, die Ihnen nur von höchster Stelle ausgestellt
werden. Als unbedeutender kleiner Händler verfügen Sie nur
über ein Handelszertifikat der Klasse 1, d. h. Sie dürfen
lediglich Korn anbauen, Holz fällen, Fische fangen, Bier
brauen und Wolle produzieren. Wie bereits erwähnt, werden
Sie mit Ihren 750 Talern nicht sehr weit kommen, deshalb
wäre es ratsam, einen kleinen Kredit aufzunehmen. Sobald
dies geschehen ist, können Sie sich erstmals an die
Herstellung eines Produktes machen; nach Möglichkeit,
sollten Sie sich für Holz oder Fische entscheiden, da diese
beiden Waren trotz des relativ niedrigen Stückpreises einen
erheblichen Profit garantieren. Da Sie wahrscheinlich nicht
gleich in der ersten Runde im Schuldturm landen wollen,
dürfen Sie noch nicht zu viel produzieren, die
Herstellungskosten würden Ihr Budget bei weitem
übersteigen. Um weiterhin bei  Holz als Beispiel zu
bleiben, (in einigen Städten werden Sie keine Bäume fällen
können, da es einfach recht schwer ist, im Hochgebirge
einen stattlichen Eichenwald zu finden. Die
Alternativprodukte werden an späterer Stelle noch Erwähnung
finden), müssen Sie jetzt für den Anfang vier Arbeiter auf
einen Wald einsetzen. Ist dies geschehen, können Sie
eigentlich nur noch Ihre Runde beenden; Sie verfügen über
keinerlei Bürgerrechte und können deshalb auch noch nicht
für ein Amt kandidieren. Ihnen werden nun alle wichtigen
Ereignisse des vergangenen Jahres aufgelistet; Sie werden
erstaunt sein, was einem in der Welt der Fugger alles
widerfahren kann. Sobald Sie sich in Ihrem Kontor
wiederfinden, werden Sie zuerst Ihre produzierten Wahren
verkaufen wollen - ein einfacher Mausklick auf das
entsprechende Symbol im Produktionsmenü, und die Sache ist
erledigt -, um den inzwischen arg ausgehungerten Geldbeutel
zu füllen. Sie könnten Ihre Waren theoretisch auch per
Handkarren in eine andere Stadt, in der Sie einen höheren
Verkaufspreis erzielen, transportieren. Das Risiko,
überfallen zu werden, ist aber ziemlich groß, und eine
Eskorte kostet Geld, also sollten Sie sich das für später
aufheben. Haben Sie einen ausreichend großen Verdienst
erzielt, sollten Sie schleunigst Ihren Kredit tilgen und
sich somit von den lästigen (und gigantisch hohen) Zinsen
befreien. Kredite sollten generell nur als absolute
Notlösung herhalten, sind aber ganz hilfreich, wenn Sie
nicht genau wissen, ob Sie über genug Bares verfügen
(notfalls vorher speichern). Sobald Sie nämlich einmal im
Schuldturm gelandet sind, sind Ihre Spielziele ungleich
schwerer zu erreichen, da Sie ein ganzes Jahr - und damit
viel Geld - verlieren.

Bürgerrechte, Bürgerpflichten

Inzwischen haben Sie die Bürgerrechte Ihrer Stadt erhalten
und können sich als Kandidat für ein öffentliches Amt zur
Wahl stellen. Ist ein Posten als Ratsherr oder Pastor
unbesetzt (wobei der des Ratsherren dem des Pastors
vorzuziehen ist), heißt es zuschlagen und sich bewerben.
Wenn Sie nicht das seltene Glück haben, der alleinige
Bewerber zu sein, werden Sie schon bald erfahren, was ein
Wahlkampf ist. Zwar müssen Sie nicht aufwendige Plakate an
Kirchentüren nageln, kleine Aufmerksamkeiten für die
richtigen Personen wirken aber wahre Wunder. Entscheiden
Sie sich für den Posten des Ratsherrn, sind der Baumeister,
der Richter und der Kämmerer Ihre "Ansprechpartner"; für
den Pastoren-Job kommt allein der Domherr in Frage. In der
linken oberen Ecke des Bildschirms wird Ihr
augenblickliches Barvermögen angezeigt; ein Mausklick auf
diese Stelle befördert Sie umgehend in ein Menü, von dem
Sie in Zukunft sicher noch öfters Gebrauch machen werden:
die lokale Spendenkartei für in Not geratene Würdenträger.
Im Spendenmenü Ihrer Stadt sehen Sie alle Amtsinhaber,
unterteilt in weltliche und kirchliche Ämter; ein Balken
über den entsprechenden Namen zeigt Ihren Beliebtheitsgrad
bei der jeweiligen Person an. Je länger der Balken ist,
desto sicherer können Sie sich des Wohlwollens dieses
Menschen sein. Wahlen sind in Fugger II grundsätzlich
Mehrheitsentscheidungen, es genügt also vollauf, zwei von
drei Wählern auf Ihrer Seite zu. Vielleicht hatten Sie in
der vorherigen Runde einen Blick ins Hinterzimmer geworfen;
die dort gebotenen Optionen sind es nämlich durchaus wert,
näher betrachtet zu werden. Das Designercape nahe der Tür
weist auf die Möglichkeit hin, Ihren Konkurrenten über die
Schulter und auf die Finger zu sehen. Vielleicht bringen
Ihre aufmerksamen Mitarbeiter ja Informationen, die,
richtig angewendet, ein schönes Druckmittel darstellen.
Sollte es Ihnen tatsächlich bereits gelungen sein,
Informationen über einen Ihrer Wähler zu beschaffen,
sollten Sie zu Papier und Tinte greifen und dem armen Opfer
ein Angebot unterbreiten, das es nicht ablehnen kann. Hatte
Ihre Erpressung Erfolg, verfügen Sie nicht nur über die
Privilegien des Erpreßten, sondern können auch noch
entscheiden, wem er bei einer Wahl seine Stimme gibt.
Helmut im Altertum?

Beschleunigte Karriere

Durch einen Aufstieg erhalten Sie die Erlaubnis,
wertvollere Waren zu produzieren, und bekommen neue
Privilegien. Stellen Sie im Handelsmenü z. B. den Fischfang
ein und wenden Sie sich dem Abbau von Erzen zu. Obwohl Sie
erst ab einem höheren Amt Gegner herausfordern dürfen, sind
einige Übungsstunden Fechtunterricht sehr zu empfehlen, da
Sie jederzeit von einem mächtigeren Spieler herausgefordert
werden können. Rauschende Feste sind kaum zu empfehlen, da
die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Verfügen
Sie aber über genügend Bargeld, lohnt es sich, ein
kleineres Bauwerk zu stiften oder einen Prozeß gegen einen
Konkurrenten anzustrengen. Wenn Sie bei letzterem die
Bestechungsfunktion nutzen, werden neue Ämter frei, auf die
Sie sich natürlich bewerben. Neue Ämter können Sie
ebenfalls über die Hinterzimmer-Funktionen freiräumen.
Einen ausspionierten Gegenspieler müssen Sie nicht zwingend
erpressen; wenn Ihnen seine Privilegien nichts nützen und
auch keine Wahlen anstehen, sollten  Sie ihn bei seinem
Arbeitgeber anschwärzen (z. B. den Baumeister beim
Bürgermeister in Mißkredit bringen). Damit erhöhen Sie die
Wahrscheinlichkeit, daß er seinen Job in Kürze los sein
wird, beträchtlich. Damit sind aber noch nicht alle
Möglichkeiten ausgeschöpft: wenn Sie gerade über einige
tausend Taler Bargeld verfügen, lohnt sich das Anheuern von
Saboteuren. Nach einem erfolgreichen Sabotageakt haben Sie
zwar einen Prozeß zu erwarten, dieser stellt jedoch dank
ausreichender Bestechungsgelder nie ein Problem dar. Als
guter Christ sollten Sie nun schleunigst wieder einmal in
die Kirche gehen und einen Ablaßbrief kaufen. Dieser kostet
zwar einiges, bedeutet aber, daß Ihnen alle Sünden
(Straftaten) vergeben worden sind und Sie nicht mehr dafür
belangt werden können. Im Prozeß ist es übrigens völlig
egal, was für eine Aussage Sie zu Protokoll geben, die
Entscheidung des Gerichts wird dadurch nicht beeinflußt.

Verliebt, verlobt, verheiratet

Sie werden feststellen, daß der Medikus, den Sie im Laufe
des Spieles sicherlich des öfteren konsultieren werden,
immer pessimistischere Verlautbarungen über Ihren
Gesundheitszustand abgibt. Bekommen Sie erst einmal ein
fröhliches "Macht euer Testament" entgegengeschleudert,
können Sie damit rechnen, in einer der nächsten Runden das
Zeitliche zu segnen. Wenn dann kein geeigneter Nachkomme
zur Verfügung steht, ist das Spiel leider unweigerlich
beendet. Sie sollten sich also um einen Lebenspartner
bemühen, sobald Sie ihr erstes Amt bekleiden. Leider reicht
hierzu eine einfache Zeitungsannonce (junger, dynamischer
Geschäftsmann sucht ...) nicht aus. Aber da Sie das
Junggesellendasein eh schon seit längerem leid sind, sollte
es nicht unmöglich sein, auch für dieses Problem einen
Lösung zu finden. Statten Sie als erstes der Kupplerin
(Kirchturm anklicken) einen Besuch ab und veranlassen Sie
diese, gegen eine kleine Gebühr eine geeignete Ehefrau
(bzw. einen Mann) zu finden. Ist dies geschehen, haben Sie
jeweils am Ende der Runde die Aufgabe, ein passendes
Geschenk für die/den Angebotene(n) auszuwählen. Sie sollten
beachten, daß Sie nicht mit jedem Geschenk Punkte sammeln.
So wird eine zarte Ratsherrin wahrscheinlich nicht sehr
begeistert sein, wenn Sie die Gnädigste mit einer neuen
Folterbank überraschen; genausowenig wie sich  ein stolzer
Ritter über Minnesänger freuen wird. Vielleicht haben Sie
schon nach einigen Geschenken Erfolg, vielleicht müssen Sie
der Kupplerin aber auch mehrere Besuche abstatten, um zu
einem Ehegatten zu kommen. Um Ihr Ansehen beim künftigen
Lebenspartner zu steigern, sollten Sie sich ein schönes
Haus mit allem drum und dran zulegen; Ihre Erfolgschancen
steigen dadurch merklich. Passende Geschenke sind aber
nicht das einzige, an das Sie denken müssen, wenn Sie
heiraten wollen. Nein, auch wenn Sie ein kirchliches Amt
innehaben, müssen Sie keine Angst vor dem Zölibat haben, da
sich selbst der katholische Erzbischof neben einer Ehefrau
noch eine Geliebte hält. Mißgünstige Domherren sind da
schon ein größeres Problem. Diese haben nämlich das
Privileg, eine Hochzeit, die in ihrer Stadt stattfindet, zu
unterbinden. Während der Hochzeitszeremonie können Sie
solchen Neidern keine Spenden mehr zukommen lassen. Wenn
Sie möglichst bald unter die Haube kommen wollen, beachten
Sie also, daß Sie sich rechtzeitig mit den betreffenden
Domherren gut stellen. Wenn Sie die Hochzeitsfeier
organisieren, können Sie ruhig alle wichtigen Personen
Mittellands einladen, Ihrem Ansehen wird das bestimmt nicht
schaden. Ist die Hochzeit gut über die Bühne gegangen, sind
Sie leider noch nicht am Ziel Ihrer Wünsche. Wenn Sie
längere Zeit spielen wollen, muß ein Erbe her. Da in Fugger
 


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