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DLH98 Editorial Archiv

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Editorial - 10. September 2002

 Liebe Leute,
 
 Neulich erreichte mich eine Mail eines besorgten DLH-Benutzers, der sich
 wohl um mein ausser-internetliches Leben Sorgen machte. Diese Mail will ich
 Euch nicht vorenthalten.
 
 Sie wollen das Internet verlassen?
 
 Dann führen Sie nun bitte sorgfältig folgende Schritte durch !
 
 1. Schließen Sie alle offenen Seiten und beenden Sie Ihr Internetprogramm! 2.
 Fahren Sie das Betriebssystem ihres Rechners ordnungsgemäß herunter! 3. Schalten
 Sie Ihren Computer, Monitor, Drucker und Ihr Modem aus! 4. Nehmen sie in
 mehreren Stufen Kontakt mit ihrer Außenwelt auf!
 
 Stufe 1 - Öffnen sie ein Fenster und atmen Sie die frische Luft. Achtung, der
 Kontrast und die Helligkeit lassen sich nicht einstellen, auch auf die
 Lautstärke können sie kleinen Einfluss nehmen ! Nehmen Sie alles so wie es ist.
 Die Geräusche sind keine Simulation, sondern alles ist Live!
 
 Stufe 2 - Gehen sie einige Schritte durch das Zimmer, was sich unter Ihnen
 bewegt, sind nur Ihre Beine, keine Angst, bisher läuft alles Normal!
 
 Stufe 3 - Schauen Sie sich um, ob noch jemand in ihrer Nähe ist, der sich
 bewegt. Gehen sie auf Ihn zu und sprechen Sie Ihn einfach an, eine Tastatur ist
 hierfür nicht erforderlich! Antwortet ihr Gesprächspartner? Wenn ja, dann sind
 sie jetzt bitte äußerst vorsichtig, das ist kein Forum und auch kein Chatroom.
 Überlegen Sie vorher genau was Sie sagen. Beleidigungen können jetzt für Sie zu
 körperlichen Schäden führen !
 
 Stufe 4 - Versuchen Sie Nahrung zu sich zu nehmen, dazu öffnen sie bitte alle
 Schranktüren. Sollte in einem Schrank ein Licht angehen, dann haben Sie den
 Kühlschrank gefunden. Schauen Sie hinein, ist etwas Essbares vorhanden? Bevor Sie
 etwas verzehren, achten Sie bitte auf das Verfallsdatum des Produktes.
 
 Stufe 5 - Verlassen des Hauses, um den Schrank mit dem Licht zu füllen! Achtung,
 wenn Ihnen alles Fremd vor kommt, bitten Sie jemanden Sie zum
 Lebensmittelgeschäft zu begleiten ! Schauen sie sich um, die Autos sind alle
 echt, überqueren Sie die Straße erst, wenn diese wirklich frei ist. So
 unwahrscheinlich es klingt, hier und jetzt haben Sie nur ein Leben. Ein Neustart
 des Spieles ist nicht möglich und Sie werden auch keinen Krämer finden, der
 Ihnen Heilgetränke verkauft!
 
 Stufe 6 - Sollten Ihnen auf dem Rückweg kleine Kinder entgegen laufen und immer
 wieder Papa, Papa oder Mama, Mama rufen, kann es sich nur um Ihre eigenen Kinder
 handeln Tja, die kleinen Racker haben Sie wirklich nicht mehr so groß in
 Erinnerung, aber macht nichts, wenn ihnen erst einmal die Namen wieder eingefallen
 sind, dann werden Sie sich schnell wieder an sie gewöhnen.
 
 Stufe 7 - Wieder zu Hause angekommen, setzen Sie sich mal gemütlich in einen
 Sessel, aber nicht unbedingt in den Sessel vor Ihrem Computer!!! Klasse, bald
 haben Sie es geschafft. Nun lesen Sie mal einige Seiten in einem Buch. Bücher
 sind die dicken schweren Dinger, die man aufklappen kann, manche haben sogar
 schöne bunte Bilder. Na, merken Sie wie es beim Lesen oben in Ihrer Birne
 arbeitet? Das sind die Gedanken, die Sie sich beim Lesen machen. Es nützt
 allerdings nichts, wenn sie mit dem Finger auf die Seite klicken, wenn Sie alles
 gelesen haben, Multimedia war gestern, nun wird von Hand umgeblättert.
 
 Stufe 8 - Mehr als zehn Seiten sollten Sie am Anfang nicht lesen! Legen Sie das
 Buch wieder weg, aber nicht zu weit. Nun rufen Sie mal nach Ihrem Ehepartner,
 das ist die Person die sich kopfschüttelnd in eine Ecke drückt. Versichern sie
 Ihr, dass alles Normal ist und Sie sich einfach nur ändern wollen. In den ersten
 Tagen wird das noch niemand glauben, aber halten Sie durch. Verkaufen Sie morgen
 sofort ihr Modem und schaffen Sie sich vielleicht ein Aquarium an, es
 funktioniert so ähnlich wie ein Bildschirmschoner aber es ist das erste
 Anzeichen von Besserung.
 
 Sie haben es geschafft. Herzlich Willkommen im realen Leben!
 
 Vielen Dank an Botulinus für diese Mail, das Copyright liegt beim Textersteller,
 dieser ließ sich leider nicht ermitteln.
 
 Schöne Ferien noch!
 
 
 Eurer Bernd
 Editor@DLH.Net
 http://DLH.Net



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