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DLH98 Editorial Archiv

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Editorial - 2. Februar 2005

 Liebe Leute,
 
 das DLH-Jahr beginnt gleich mit einer Neuerung, wir eröffnen mit einem Gast-
 Editorial. Petra Schmitz (Red. der Gamestar) hat uns einige warme Worte zukommen
 lassen:
 
 Gäste haben nicht selten die unschöne Angewohnheit, sich aufs Sofa zu fläzen und
 den Gastgeber machen zu lassen: Knabberzeug hier, Getränke da. Und am Ende ist
 alles vollgekrümelt, und die Gäste sind in ihre sauberen Wohnungen verschwunden.
 Vollgefressen. Jetzt wünscht man sich als computerspielenerdiger Gastgeber
 entweder einen Wohnungsaufräum-Cheat oder - wenn man sadistisch ist - einen
 Gästebauchweh-Cheat. Bisher hat aber noch niemand die »Console« fürs echte Leben
 gefunden. Gastautoren sind im Gegensatz zu Gästen weitestgehend pflegeleicht -
 außer sie verlangen horrende Honorare. Was ich nicht mache, ich guter Mensch.
 
 Was ich aber an dieser Stelle mache, ist Folgendes: Ich gestehe. Ich gestehe,
 dass ich auch Cheats benutze. Ich muss die sogar benutzen. Niemand kann von
 Spielen wie Unreal Tournament 2004 wirklich schöne Screenshots machen, ohne
 entweder im God-Mode zu sein oder gleich die ganze Bot-Gegnerschar
 »einzufrieren«. Das Gleiche gilt für Doom 3, für Half-Life 2, für schnelle
 Shooter im Allgemeinen. Aber auch privat habe ich nichts gegen Cheats. Cheats
 sind eine tolle Erfindung. Man kann mogeln, betrügt im Endeffekt nur sich selbst
 und muss sich nicht mal schlecht fühlen deswegen. Der witzigste Cheat, der mir
 in all den Jahren das Spielerleben erleichtert hat, versteckte sich in Alone In
 The Dark 2. Man musste so lange mit Gift vermengten Wein trinken, bis die
 Gesundheitsanzeige so weit im Minus war, dass das Spiel es nicht mehr raffte und
 das Minus in Plus verwandelte. Mit elend vielen Lebenspunkten war der Rest des
 Spiels ein Kindergeburtstag. Ah, Kindergeburtstag.
 
 Das bringt mich zum Thema »Online-Mogeleien«. Just heute Morgen auf dem Weg zur
 Arbeit saßen zwei höchstens dreizehnjährige Buben hinter mir im Bus. Was taten
 die? Klar, die unterhielten sich lautstark über den letzten Abend, den sie mit
 Wall- und Speedhacks in Counter-Strike: Source verbracht haben. Statt den
 Lümmeln die Köpfe aneinander zu hauen, bewahrte ich Ruhe. Äußerlich. Innerlich
 brannte ein Feuerwerk der schlimmsten Beschimpfungen ab. Alles deutlich jenseits
 der Jugendfreigabe. Kann das hier leider nicht wiedergeben. Weil ich ja
 Gastautor und nicht Gast bin und mich zu benehmen weiß. Deswegen lasse ich es
 hiermit gut sein - jedoch nicht ohne auf die Website von Jan Hegenberg zu
 verweisen. Auf www.janhegenberg.de findet man unter dem Reiter »music« das ganz
 und gar wundervolle Lied »Cheater an die Wand«. Ideal zum Mitgröhlen!
 
 Und nun viel Freude beim folgenlosen Selbstbetrug mit DLH.
 
 Petra Schmitz, Redaktion GameStar
 
 Vielen Dank!
 
 Bis denne
 
 Eurer Bernd Wolffgramm
 Editor@DLH.Net
 http://DLH.Net



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