das DLH-Jahr beginnt gleich mit einer Neuerung, wir eröffnen mit einem Gast- Editorial. Petra Schmitz (Red. der Gamestar) hat uns einige warme Worte zukommen lassen:
Gäste haben nicht selten die unschöne Angewohnheit, sich aufs Sofa zu fläzen und den Gastgeber machen zu lassen: Knabberzeug hier, Getränke da. Und am Ende ist alles vollgekrümelt, und die Gäste sind in ihre sauberen Wohnungen verschwunden. Vollgefressen. Jetzt wünscht man sich als computerspielenerdiger Gastgeber entweder einen Wohnungsaufräum-Cheat oder - wenn man sadistisch ist - einen Gästebauchweh-Cheat. Bisher hat aber noch niemand die »Console« fürs echte Leben gefunden. Gastautoren sind im Gegensatz zu Gästen weitestgehend pflegeleicht - außer sie verlangen horrende Honorare. Was ich nicht mache, ich guter Mensch.
Was ich aber an dieser Stelle mache, ist Folgendes: Ich gestehe. Ich gestehe, dass ich auch Cheats benutze. Ich muss die sogar benutzen. Niemand kann von Spielen wie Unreal Tournament 2004 wirklich schöne Screenshots machen, ohne entweder im God-Mode zu sein oder gleich die ganze Bot-Gegnerschar »einzufrieren«. Das Gleiche gilt für Doom 3, für Half-Life 2, für schnelle Shooter im Allgemeinen. Aber auch privat habe ich nichts gegen Cheats. Cheats sind eine tolle Erfindung. Man kann mogeln, betrügt im Endeffekt nur sich selbst und muss sich nicht mal schlecht fühlen deswegen. Der witzigste Cheat, der mir in all den Jahren das Spielerleben erleichtert hat, versteckte sich in Alone In The Dark 2. Man musste so lange mit Gift vermengten Wein trinken, bis die Gesundheitsanzeige so weit im Minus war, dass das Spiel es nicht mehr raffte und das Minus in Plus verwandelte. Mit elend vielen Lebenspunkten war der Rest des Spiels ein Kindergeburtstag. Ah, Kindergeburtstag.
Das bringt mich zum Thema »Online-Mogeleien«. Just heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit saßen zwei höchstens dreizehnjährige Buben hinter mir im Bus. Was taten die? Klar, die unterhielten sich lautstark über den letzten Abend, den sie mit Wall- und Speedhacks in Counter-Strike: Source verbracht haben. Statt den Lümmeln die Köpfe aneinander zu hauen, bewahrte ich Ruhe. Äußerlich. Innerlich brannte ein Feuerwerk der schlimmsten Beschimpfungen ab. Alles deutlich jenseits der Jugendfreigabe. Kann das hier leider nicht wiedergeben. Weil ich ja Gastautor und nicht Gast bin und mich zu benehmen weiß. Deswegen lasse ich es hiermit gut sein - jedoch nicht ohne auf die Website von Jan Hegenberg zu verweisen. Auf www.janhegenberg.de findet man unter dem Reiter »music« das ganz und gar wundervolle Lied »Cheater an die Wand«. Ideal zum Mitgröhlen!
Und nun viel Freude beim folgenlosen Selbstbetrug mit DLH.