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DLH98 Editorial Archiv

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Editorial - 4. Dezember 2000

 Hi Leute,
 
 Bernd ist zwar wieder von seiner Kurs aus Aspen zurück, aber als es um das
 Editorial ging, da meinte er: "Kann nicht, muss mich von meinem Kurschatten
 erholen!" Ha, was soll denn das sein? Ein Kurschatten, so ein Quatsch, eine
 Kur hat schließlich keinen Schatten.
 
 Naja, jeden falls bin ich froh, dass mir unser User Dietmar (der hiermit
 einen dicken Schmatzer von mir bekommt) einen Text über die Evolution des
 Computerbenutzers geschickt hat, ich finde das jedenfalls lustig. Sucht euch
 doch mal in dem Text, villeicht findet ihr euch wieder.
 
 Die Evolution eines Computerbenutzers...
 
 ... oder : In neun einfachen Schritten ins Chaos!
 
 "Flowcharts??? - Real programmers don´t need flowcharts! Cavemen did. Look how
 much good it did them!"
 
 Jeder fängt mal an - das gilt natürlich auch für die Computerei. Nach
 umfangreichen Studien läßt sich der weitere Fortschritt eines Computerbenutzers
 dann aber schön in neun Stufen unterscheiden:
 
 1. Unwissender (Achtung! Sammlerwert, heute nur noch schwer zu finden!)
  Hat mal von Computern gehört
  Weiß nicht, was ein Manual ist
  Beherrscht seine Muttersprache
  Hat keine Ahnung, was ein Dateiname ist
  Hält Umlaute für etwas selbstverständliches
  Schreibt seine Briefe an Bärbel mit der Hand
  Hat ein Dire-Straits-Poster an der Wand hängen
 2. Totaler Anfänger
  Ist schon mal vor einem Computer gesessen
  Glaubt, ein Manual schon mal aus der Ferne gesehen zu haben
  Beherrscht seine Muttersprache und kann das Wort "Englisch" buchstabieren
  Weiß, daß Dateien Namen haben
  Macht sich keine Gedanken über Umlaute
  Schreibt seine Briefe an Bärbel mit der Schreibmaschine
  Hat sich die Installationstips aus der PC-Schund an die Wand geklebt
 3. Blutiger Anfänger
  Hat den Computer schon mal zum Absturz gebracht
  Versucht jemanden zu finden, der das Manual kennt
  Verflucht seine Muttersprache und lernt Englisch
  Schafft es nicht, die Datei "Brief an Bärbel" anzulegen
  Weiß, daß es im Englischen keine Umlaute gibt, interessiert ihn aber nicht
  Schreibt seine Briefe an Bärbel notgedrungenerweise immer noch mit der
  Schreibmaschine
  Hat seine ersten Ausdrucke zur Fehlersuche an die Wand gepinnt
 4. Anfänger
  Weiß, daß er den Computer steuerlich abschreiben kann
  Versucht beim Händler ein deutsches Handbuch zu bekommen
  Lernt Englisch, indem er das Manual wortweise übersetzt
  Hat es geschafft, die Datei "C:\BÄRBEL-B.RIE" anzulegen.
  Hat kapiert, daß er die deutsche Version des Textverarbeitungsprogramms
  braucht, wenn er Umlaute darstellen will
  Schreibt seine Briefe an Bärbel trotzdem schon mit der Textverarbeitung
  Hat eine Apfelmännchengrafik ausgedruckt und aufgehängt
 5. User
  Sitzt 5 Tage die Woche vor dem Firmencomputer
  Hat die Manuals zerfleddert
  Kann Englisch und COBOL
  Erstellt die Datei "C:\WORD\TEXTE\BRIEFE\PRIVAT\BAERBEL\BRIEF001.BRF"
  Hat sich noch gewundert, daß er Dateien mit Umlauten im Namen nicht laden kann
  Schreibt seine Briefe an Bärbel in Times Roman, 10 Punkt
  Hat den ganzen Plakatplunder an seinen kleinen Neffen verramscht
 
 
 6. Freak
  Sitzt 5 Tage die Woche vor dem Firmencomputer und 2 Tage vor seinem eigenen
  Rückübersetzt zum Spaß das deutsche Handbuch ins Englische und lacht sich halb tot dabei
  Kann sämtliche Computersprachen
  Erstellt die Datei "C:\TEXTKRAM\00004267.TXT"
  Weiß, daß ASCII ein 7-bit-Zeichensatz ohne deutsche Umlaute ist, EBCDIC,
  ANSI und UNICODE auch nicht viel besser und dazu noch zueinander
  inkompatibel sind - und wundert sich deshalb umlautmäßig über rein gar
  nichts mehr
  Telefoniert gelegentlich noch mit Bärbel
  Hat sich ein Snoopy-Plakat an die Wand gehängt
 7. Hacker
  Sitzt 2 Tage die Woche vor dem Firmencomputer und 5 Tage vor seinem eigenen
  Hat die Manuals verliehen, weiß aber nicht mehr an wen
  Übersetzt sich zum besseren Verständnis halber zunächst mal alles in C
  Hat "C:\TEXTKRAM" gelöscht, um Platz für die Unix-Core-Dumps zu schaffen
  Verwendet absichtlich Umlaute, um zu sehen, was passiert
  Hat gehört, daß Bärbel geheiratet haben soll
  Hat sich die neuesten Systempasswörter aufs Snoopy-Plakat gekritzelt
 8. Irrer
  Ist in die Firma gezogen, um mehr Zeit am Computer verbringen zu können
  Benutzt die Manuals als Schrankunterlage
  Hat seinen eigenen Compiler zusammengepfriemelt
  Hat seine Dateien auf die Festplatte vom IBM-AS400-Mainframe der Firma ausgelagert
  Kann keine Umlaute mehr und spricht Deutsch nur noch, wenn er sich
  nachts um 3:00h eine Pizza bestellt
  Bärbel?
  Benutzt sein Snoopy-Plakat als Dart-Scheibe
 9. Total Irrer
  Schläft (wenn überhaupt, dann) nur neben seiner Computersammlung
  Hat die Manuals verpfändet, um die Stromrechnung zahlen zu können
  Schreibt nur noch in Maschinensprache, um zu sehen, was der Prozessor
  bei illegalen Opcodes macht Lagert seine Dateien bei Festplattenmangel
  dadurch aus, daß er sie als MB-große eMails über einen nepalesischen
  X.25-Gateway zeitversetzt an sich selbst zurück abschickt
  main() { printf(&unix["\021%six\012\0"],(unix) ["have"]+"fun"-0x60);}
  ERROR, UNDECLARED IDENTIFIER: Baerbel
  Darf sein Snoopy-Plakat in die Gummizelle mitnehmen...
 
  © des Originals Kai Rohrbacher
 
 Und nächste Woche, ja, da schreibt Bernd das Edi wieder selbst, basta. Oder Angelika oder
 Monique, aber ich nicht - hoffe ich jedenfalls :))
 
 Eure Tessi
 tessi@dlh.net
 Redaktionsassistentin



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