
Am 27. März 2025 erschien der Psycho-Thriller des Entwicklers POLLARD STUDIO LLC und Publishers Wired Productions, bei dem die Dinge nicht so sind, wie sie erscheinen. In meiner Review erzähle ich dir etwas mehr.
Starke Inspirationen aus anderen Werken
Karma: The Dark World ist ein Spiel, das seine Leidenschaft für das Genrekino nicht verleugnet und seine Kreatur von Anfang an mit ständigen Verweisen auf die besten Vertreter dieses Genres ausstattet. Das Zelluloid-Gedächtnis von David Lynch ist sicherlich eine der stärksten Inspirationsquellen des Spiels, vor allem in der Optik, die Retro-Anklänge mit futuristischer Visionarität und Horrorfarben mit einer ziemlich bemerkenswerten grafischen Wirkung für ein so „kleines“ Produkt mischt. Wer genau hinschaut, wird auch starke Bezüge zu Cronenbergs Body Horror, Nolans Zeitschleifen und der Matrix-Trilogie feststellen. Gerade auf das erste Meisterwerk der Wachowskis bezieht sich die Eröffnungsszene, die eine Wiedergeburt simuliert, komplett mit künstlichen Schläuchen, die aus dem Körper des unglücklichen Protagonisten kommen. Man erfährt sofort, wer er ist: Er heißt Daniel McGovern, ist Agent der Mentalisten-Abteilung des Thought Bureau von Leviathan und hat die Aufgabe, die Verbrechen von „Untergebenen“ zu untersuchen, wobei er sich oft in ihre Köpfe hineinversetzt, um ihre Traumata aus erster Hand zu erleben. Im vorliegenden Fall ist der Verdächtige ein Mann, der beschuldigt wird, wichtiges Material gestohlen zu haben, aber im weiteren Verlauf des Spiels stellt sich heraus, dass die Dinge (offensichtlich) nicht so sind, wie sie scheinen. Hinter einer dystopischen, aber alles in allem etwas banalen Geschichte verbirgt sich die Tragödie einer unterdrückten Gesellschaft, von Männern, die wie Legehennen behandelt werden, und von einem geheimnisvollen Wesen, das sich wer weiß wo in den Tiefen ihrer Köpfe versteckt. Daniel selbst ist ein Opfer des Systems, aber seine Geheimnisse werden erst gegen Ende des Spiels gelüftet, wenn du die wahre Natur des Leviathans entdeckst. Da die Geschichte von Karma im Mittelpunkt steht, solltest du sie selbst entdecken und die „fantastische“ Geschichte, die dich hart wie ein Schlag in die Magengrube treffen kann, in vollen Zügen genießen.
Starke Atmosphäre
Bei Karma: The Dark World handelt es sich nicht um ein Horrorspiel, sondern um ein blutrotes Ermittlungsabenteuer, das sporadische Jump-Scares nicht verschmäht, sondern vor allem auf Atmosphäre setzt. Der Stil von Sam Lake und seinen Mitarbeitern ist über weite Strecken des Spiels zu spüren (das Leviathan Thought Bureau sieht aus wie eine Zweigstelle des Federal Bureau of Control) und spiegelt sich in visuellen Lösungen wider, die zwar nicht die originellsten sind, aber effektiv eingesetzt werden, um Augen und Geist zu verwirren: Räume in einer Schleife mit kleinen Details, die sich jedes Mal ändern, Schaufensterpuppen, die sich bewegen, wenn man sie nicht anschaut, Türen, die sich öffnen und dann verschwinden, usw. usw. Leider sind einige der Bugs und Glitches, auf die ich gestoßen bin, nicht Teil der Inszenierung: Untertitelsprache, die sich gelegentlich selbst zurücksetzt, Interaktionen, die nicht funktionieren, und überdeutliche Overlays, die sich gelegentlich im Hintergrund verlieren. Die Entwickler haben bereits versprochen, dass viele dieser Probleme in einem Patch nach der Veröffentlichung behoben werden. Die Interaktion mit der Umgebung ist auf das Nötigste reduziert und beschränkt sich auf die Verwendung von Objekten und Geräten mit starkem „BioShock“-Geschmack, die benötigt werden, um Hinweise und Informationen zu erhalten. Sogar die Gespräche und generell die Dialoge sind auf ein Minimum beschränkt und die gesamte Spielbarkeit ähnelt eher einem VR-Titel als einem „normalen“ Spiel. In der Tat habe ich mich beim Spielen von Karma immer wieder gefragt, warum Pollard Studios nicht auch an die Kompatibilität mit Meta Quest, PSVR2 und dergleichen gedacht hat: Viele Elemente des Spiels scheinen absichtlich so gestaltet worden zu sein, um den Spieler noch tiefer in diesen verrückten Abstieg in die Abgründe des menschlichen Geistes eintauchen zu lassen. Tatsächlich wird derzeit die Möglichkeit einer Virtual-Reality-Version des Spiels geprüft, aber im Moment ist die einzige Möglichkeit, sie zu bekommen, die Verwendung der Unreal Engine VR Mod.
Demo Gameplay:
Trailer: